Philosophie

Was ist eigentlich Philosophie?

Philosophie (griech.: philosophía) bedeutet soviel wie: Liebe zur Weisheit. Philosophen versuchen, die Welt, ihre Erscheinungen und die menschliche Existenz zu verstehen, zu deuten und zu erklären. Dabei beginnt sie nahezu immer mit dem Staunen, Sich-wundern und Fragen:

„Staunen veranlasste zuerst – wie noch heute – die Menschen zum Philosophieren.“
– Aristoteles: Metaphysik I 2, 982 b 12

Philosophieren heißt aber nicht nur fragen, sondern auch Antworten suchen und geben - im gemeinsamen Gespräch oder anhand von Gedanken, die Menschen aufgeschrieben haben.

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Hierzu bedarf es auch oft eines großen Maßes an Geduld und gedanklicher Anstrengung, denn Antworten sind meistens nie endgültig und eindeutig, sondern müssen immer gemeinsam durchdrungen, geprüft und kritisiert werden. Letztlich entwickelt also jeder, der philosophiert, eine eigene Sicht auf die Dinge, die uns umgeben. Das mag auf Anhieb nicht immer zufrieden stellen, anstrengend sein, ... verwirrend; aber viele Dinge erschließen sich einem manchmal auch erst später im Leben... manchmal aber vielleicht auch nie!

Aber macht nicht gerade das das menschliche Leben auch aus?

Die Neugier, das Fragen, das Wundern, das Staunen, das Forschen, das Wissen, das Hoffen, die Phantasie... man selbst!

Immanuel Kant - ein berühmter Denker - hat die zentralen Fragen der Philosophie wie folgt zusammengefasst:
· Was kann ich wissen?
· Was soll ich tun?
· Was darf ich hoffen?
· Was ist der Mensch?

Wie sieht Philosophieunterricht am Leibniz aus?

„Beim Erwachen hatte ich schon so viele Einfälle, dass der Tag nicht ausreichte, um sie niederzuschreiben.“

- Gottfried Wilhelm Leibniz

Leibniz, der Namensgeber unserer Schule, bringt die Motivation, den Ursprung allen Philosophierens mit diesen wenigen Worten recht präzise auf den Punkt: Es geht um die eigenen Gedanken, die Fragen, die einem das Leben und man sich selbst tagtäglich stellt...

... und auf die man Antworten haben möchte. Aber die Antworten werden einem nicht einfach gegeben... von vorne... von einem, der "weiß"... einem Lehrer; nein... für die Antworten ist man eigentlich selbst verantwortlich, man muss sie suchen, sich die Steine hierzu selbst aus dem Weg räumen, vielleicht auch erst neue finden, um einen sicher gepflasterten Weg zu seinem Leben zu bauen. Beim Bauen dieser "Denkstraßen" helfen die Philosophielehrer... sie sind sozusagen die Geburtshelfer (Hebammen) für eigene Gedankenwege, Ideen, Argumente, Antworten, aber auch neue Fragen.

Das ganze Philosophieren ist oft nicht leicht. Denken halt. Kopf qualmt... Stimme weg... Manchmal drängen sich auch Fragen nach dem "Warum darüber überhaupt nachdenken?!" auf... und man sucht dann weiter... typisch Mensch halt.

Aber in vertrauensvoller, hinterfragender, diskussionsbereiter, kritischer, doch stets respektvoller Atmosphäre kann man sich am Leibniz-Gymnasium im Philosophieunterricht diesen, seinen eigenen Fragen und Antworten widmen und wohl auch feststellen, dass uns alle seit Jahrtausenden die scheinbar immer selben Fragen bewegen, Antworten hinzukommen, verworfen werden... neue Fragen auftauchen:

  1. - Wer bin ich? Bin ich ich? Und wenn ja: wieviele?
  2. - Sollte ich mich für die Umwelt einsetzen? Und wenn ja: wie?
  3. - Gibt es einen Gott? Und wenn ja: bin ich Teil seines Plans?
  4. - Ist der Mensch ein Nachfahre des Affen? Und wenn ja: siehe 1. und hinterfrage 3.!

... Findet mich das Glück?

... Was treibt mich?

... Warum dreht sich alles um mich?

... Gibt es die Welt auch ohne mich?

... Sollte ich die Wirklichkeit in Ruhe lassen?

... Kontrollieren mich die Tatsachen?

... Kann ich alles drehen und wenden wie ich will?

... Macht 2 x 2 wahrscheinlich 4?

... Ist es wichtiger, dass es der Welt gut geht oder mir?

... Darf etwas nicht wahr sein?

...  Ist kurz nach dem Urknall etwas fürchterlich falsch gelaufen?

... Kann man alles denken?

... Ist mein Unwissen eine geräumige Höhle?

... Muss ich mir den Tod vorstellen wie eine Landschaft mit einem Haus,

in das man hineingehen kann, und wo ein Bett steht, in dem man schlafen kann?

... sucht mich das Glück am falschen Ort?

Und wir suchen weiter gemeinsam nach Antworten...