Lernen am Leibniz

FAQ: Netbook-Klassen an der Leibniz-Schule

Kosten

Frage: Wie hoch sind die Anschaffungskosten für ein Netbook?
Zur Zeit (2010) kosten geeignete Geräte (siehe „Technik“) etwa 300 €.

Frage: Welche zusätzlichen Kosten für Software kommen auf die Eltern zu?
Wir arbeiten weitgehend mit freier Software (OpenOffice, GeoNext, GeoGebra, Freemind etc.), bei deren Beschaffung wir helfen, oder haben Schullizenzen (z.B für CAS). Weitere Kosten in geringem Umfang sind aber nicht ausgeschlossen; z.B. 17 € pro Jahr, falls die moderne TI-Inspire-Software über den Umfang der Schullizenz hinaus eingesetzt werden soll.

Frage: Welche finanzielle Unterstützung gibt es für bedürftige Eltern?
Bezieher von staatlichen Transferleistungen haben Anspruch auf Unterstützung - Übernahme der Kosten oder günstiges Darlehen. Die Notwendigkeit einer Anschaffung bescheinigt die Schule (vorausgesetzt, es kommt eine Netbook-Klasse zustande). Vorgeschlagen wurde auch eine gemeinsame Anschaffung aus einem Fonds, in den Eltern je nach Einkommen 50 – 150 % der Kosten einzahlen (was sich bei Klassenfahrten bewährt hat).

Frage: Bieten sich nicht Sammelbestellungen an?
Computerpreise werden hart kalkuliert; Preisnachlässe sind den Händlern nur in geringem Umfang möglich. Problematisch werden Sammelbestellungen bei Garantieleistungen, die dann den Umweg über den Besteller nehmen müssen.


Sicherheit

Frage: Wie soll verhindert werden, dass sich ein Netbook über das LAN mit Schadsoftware infiziert?
Gegen Ansteckung aus dem Internet wird eine Firewall auf dem Zugangsserver eingesetzt. Die Home- und Public-Verzeichnisse auf dem Schulserver sind ebenfalls virengeschützt. Schulcomputer sind nach jedem Neustart virenfrei. Gegen eine Infektion durch Datenträger (Sticks, Speicherkarten) und Verbindungen zu anderen PC hilft nur eine eigene Antiviren-Software. Private Notebooks erhalten WLAN-Zugang nur durch einen Schuladministrator, der die Installation eines aktuellen Virenschutzes überprüft.

Frage: Ist das Risiko, auf dem Heimweg beraubt zu werden, nicht zu hoch?
Dieses Problem betrifft (statistisch) vorrangig jüngere Schüler aus sog. Brennpunkt-Schulen und Regionen mit sozial und ökonomisch schlecht situierten Familien. Zehntklässler der Leibniz-Schule, mit kurzem Weg zur U-Bahn oder mit dem Fahrrad unterwegs, gehören (ebenso wenig wie Studenten) nicht zur Hauptrisikogruppe.

Frage: Sind die Netbooks gegen Diebstahl und Beschädigung versichert?
Nein. Auch Schuleigentum ist nicht versichert. Private Versicherungen sind natürlich möglich, aber sehr teuer.

Technik

Frage: Welche Geräte werden für Netbook-Klassen empfohlen?
Netbooks haben meistens einen 10-Zoll-Bildschirm, eine 160 GB-Festplatte, 1 GB Arbeitsspeicher, eine lange Laufzeit (5 – 11 Stunden), USB-Anschluss, integriertes WLAN, Windows XP Home oder Windows 7; sie kosten derzeit (2010) etwa 300 €.

Frage: Könnte man durch Einsatz von LINUX als Betriebssystem nicht erhebliche Kosten sparen?
Doch. Gegen LINUX spricht aber, dass es (unter Lehrern wie Schülern) zu wenige Experten gibt und man sich bei der Auswahl von Software stark einschränkt.

Frage: Können auch andere Notebooks benutzt werden?
Selbstverständlich (wenn man ggf. größere Gehäuse, erhöhtes Gewicht und kürzere Laufzeiten in Kauf nimmt).

Frage: Wie sind private Netbooks ins Netz integriert?
Sie können sich über Kabel oder WLAN mit dem Schulnetz verbinden; der WLAN-Zugang ist verschlüsselt (WPA-2) und wird von einem Schuladministrator eingerichtet (Antivirensoftware ist Voraussetzung). Damit haben alle Netbooks Zugang zum Internet, zu den öffentlichen Verzeichnissen des Schulnetzes (PUBLIC), den Kurs-Verzeichnissen (Tauschen und Austeilen) und den privaten (passwortgeschützen) HOME-Verzeichnissen.

Frage: Ist die Übertragungsgeschwindigkeit im Netz ausreichend?
Ja: Für LAN und WLAN haben wir Gbit-Switche, CAT 5 bzw. 6 Kabel und schnelle Access-Points; die Anbindung ins Internet ist 50 MBit/s schnell.

Praxis

Frage: Sind Netbooks für längeres Arbeiten nicht zu klein und zu anstrengend?
Auch in Netbook-Klassen wechseln Unterrichtsmethoden, Einzel- oder Gruppenarbeit und Pausen ab; die konzentrierte Arbeit mit dem Netbook (eLearning) erfolgt in sinnvollen Phasen, abwechselnd mit anderen Medien (Blended Learning), so dass die negativen Begleiterscheinungen sog. Bildschirmarbeit nicht auftreten. Für die Eingabe sehr langer Texte (mit dem 10-Finger-System) ist die Tastatur zu klein, für Arbeiten, die viele Fenster geöffnet halten müssen (Informatik) oder hohe visuelle Konzentration erfordern (Bildbearbeitung, Videoschnitt) ist der Monitor zu klein. Dafür sind normale PC oder ans Netbook angeschlossene normale Tastaturen und Monitore geeigneter. Man kann aber für wenig Geld eine normale Tastatur und einen größeren Monitor an Netbooks anschließen.

Frage: Wer hilft den Schülern beim Einrichten des Notebooks, der Software-Beschaffung und technischen Problemen?
In Klassen mit Netbooks wird dies, angeleitet durch Lehrer, gemeinsam durchgeführt. Wenn nur Einzelne betroffen sind, bieten die IT-Administratoren hier Unterstützung.

Frage: Was ist, wenn im Unterricht der Akku leer wird?
Dann kann man es wieder aufladen (wenn man ein Netzteil dabei hat sich oder ein baugleiches ausleihen kann). Momentan geschieht das mit Verlängerungsschnüren und Steckerleisten; die Kabelkanäle der Klassenräume werden aber langfristig mit Steckdosen ausgerüstet.

Konzept

Frage: Welches Konzept liegt der Einführung von Notebook-Klassen zugrunde?
Sie folgen dem IT-Konzept der Leibniz-Schule , das Erwerb und Dokumentation von IT-Kompetenzen über die ganze Schullaufbahn hinweg sicherstellen soll, und mit dem sie als Berliner IT-Masterplan-Schule anerkannt ist. Dort sind Entwicklungspfade für schulische Infrastruktur (Modernisierung, Ausbau der Vernetzung, WLAN), Lehrer-Weiterbildung (im Rahmen des IT-Masterplans) und Unterrichtsentwicklung (verbindliche Festlegung des IT-Einsatzes in fachinternen Curricula) vorgezeichnet. Die Methodenprojekttage der 10. Klassen legen den Schwerpunkt auf die (Internet-) Recherche und das Arbeiten im Netz; mit der Benutzung von Lernplattformen (www.lernraum-berlin.de) (mit über 20 Kursen der Leibniz-Schule) wurden weitere Grundlagen für Netbook-Klassen gelegt.

Frage: Sind die Lehrer für den IT-gestützten Unterricht ausreichend qualifiziert?
Im Rahmen der schulinternen Fortbildung finden seit mehreren Jahren Kurse für Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Bildbearbeitung, MOODLE und SMART-Boards statt, an denen sehr viele Lehrer teilgenommen haben. Mehrere Teams haben sich im Aufbaukurs INTEL-Lehren-Online zertifiziert. Daneben ist die Leibniz-Schule eine der 11 Berliner CAS (Computer Algebra System)-Projektschulen und damit in eine Fortbildungsreihe eingebunden. Auch durch die jahrelange Mitarbeit am SINUS-Projekt haben sich Kollegen für moderne Unterrichtsmethoden qualifiziert. Die Vermittlung der informationstechnischen Grundbildung (ITG) übernehmen seit längerem die Fachlehrer Deutsch und Mathematik. Natürlich kommt es vor, dass etwas nicht klappt. Bezeichnenderweise wissen dann oft Schüler weiter – ein deutliches Signal für ein verändertes Rollenverständnis im modernen Unterricht.

Frage: Warum reserviert man für den IT-gestützten Unterricht nicht die Computerräume und die Notebooks der Schule?
Die PC-Räume bieten nur 15 Arbeitsmöglichkeiten am Computer und sind von Informatik-Kursen häufig belegt. Auch die Notebook-Wagen haben nur 15 Geräte; Ausgabe, Kontrolle und Rückgabe sind zeitaufwändig. Für den gelegentlichen Unterricht am Computer reicht das, nicht jedoch für die Nutzung als selbstverständliche Informationsquelle und Medium.

Frage: Wie geht man mit Klassen um, die nur teilweise mit Notebooks ausgestattet sind?
Jeder, der ein Notebook mitbringt, darf es auch einsetzen (wenn dem Unterricht dienlich ist). Sind es zu wenige, kann der Lehrer zeitlich befristet die Computerräume buchen oder stundenweise den Notebook-Pool der Schule einsetzen. Die Aneignung der vorgesehenen IT-Kompetenzen bleibt aber verpflichtend – ob mit oder ohne eigenes Notebook. Für Übungen ohne eigenes Notebook steht ein beaufsichtigter Computerraum (S26) sowie (in Kürze) die Schülerbücherei zur Verfügung; Schüler mit Netbook können überall arbeiten - auch in der Cafeteria, der Schülerbücherei oder auf der Terrasse.

Unterricht

Frage: Was soll durch Einführung von Netbook-Klassen erreicht werden?

  • Interaktiver Unterricht mit neuen Medien (Erfahren, Experimentieren, Entdecken)
  • neue Kompetenzen (Recherchieren, Präsentieren, Modellieren, Simulieren)
  • moderne Aufgabenkulturen (Offenheit, Problemhaltigkeit, Realitätsnähe)
  • kooperatives, eigenverantwortliches und selbstorganisiertes Lernen
  • anschaulicheres und aktuelleres Unterrichtsmaterial
  • Entlastung von zeitraubenden Techniken (beim Gestalten, Zeichnen, Rechnen)
  • Arbeiten mit Lernplattformen (orts- und zeitunabhängig)
.

Frage: Bei welchen Themen ist die Nutzung von Computern vorgesehen?
Die Fachbereiche haben sich darüber verständigt, in welchen Unterrichts-Sequenzen Computer und Netzwerk sinnvoll einsetzbar sind. Diese Themen und Kompetenzen sind dann im schulinternen Curriculum verbindlich festgelegt worden. IT in den Fachcurricula ,

Frage: Gehen durch den CAS (Computer Algebra System)-Einsatz nicht mathematische Kompetenzen verloren?
Die Kompetenzen verlagern sich eher: Bloßes Rechnen, Termumformungen, Tabellen ausfüllen, Graphen zeichnen – Dinge, die Maschinen jetzt besser können - verlieren an Bedeutung . Dafür gewinnen wir zeitgemäßere Kompetenzen: Zusammenhänge realistischer zu beschreiben und Probleme zu lösen. Viele an sich begabte Schüler, deren Arbeiten durch gehäufte Rechenfehler entwertet waren, können nun wieder erfolgreich mathematisch mitarbeiten. Auch die Einführung der Taschenrechner hat ähnliche Befürchtungen ausgelöst, bis sie allgemein akzeptiert wurden.

Frage: Was ist ein CAS-Abitur?
Beim CAS-Abitur darf in der schriftlichen Prüfung in Mathematik ein CAS (Computer Algebra System) benutzt werden. Voraussetzung ist der Einsatz von CAS (d.h. Bedienung und Vertrautheit mit den besonderen Fragestellungen) in Unterricht und Klausuren der Sekundarstufe II. Da die Rahmenpläne solcher Kurse sich nicht von anderen unterscheiden, unterscheiden sich CAS-Aufgaben nur durch Wegfall manueller und Hinzukommen von Teilaufgaben, die mit Computerhilfe gelöst werden sollen. Ein CAS-Abitur ist nicht schwerer, als ein anderes. Alle Mathematik-Leistungskurse der Leibniz-Schule legen ein CAS-Abitur ab; der Berliner Senat strebt ein verpflichtendes CAS-Abitur für alle Kurse an.

Quellen

Frage: Wo kann ich mehr über IT-gestützten Unterricht und Notebook-Klassen erfahren?
Empfohlene Quellen: