Bericht Deutsche Schülerakademie

Strebercamp oder doch ganz normale Schüler?!

Die Schule hat mich im 2. Halbjahr des Schuljahres 2011/12 für die Deutschen SchülerAkademie (DSA) vorgeschlagen. Nach längeren Überlegungen habe ich mich dann für die Bewerbung der DSA  in Rostock entschieden. Als die Zusage für meinen Erstwunsch und der Hinweis, dass ich eine von 1000 Ausgewählten sei im Briefkasten lag, habe ich mich gefreut. Doch gleich kamen Zweifel, bin ich zu schlecht? Wie sind die Leute da? Sind das vielleicht alles Streber? Ich wollte mich aber auf die zwei Wochen vom 28.06. bis 14.07.2012 in meinen Sommerferien einlassen. Diese Chance bekommt man nur ein Mal.

Die DSA in Rostock bestand aus 6 Kursen und rund 90 TeilnehmerInnen, sowie 2 LeiterInnnen pro Kurs und drei AkademieleiterInnen. Das Ergebnis jeder DSA ist eine schriftliche Dokumentation über das, was in den Kursen erarbeitet wurde, aber auch über die kursübergreifenden Angebote (KüAs) sowie die kursübergreifende Musik (KüMu).

Mein Kurs hatte den Titel „Fremdes und Eigenes im Dokumentarfilm“ und beschäftigte sich mit den Themen „Kulturelle Zugehörigkeit“ „Was nehmen wir als fremd und was als eigen wahr?“ „Mit was beschäftigt sich die Ethnologie?“ „Was macht einen guten Dokumentarfilm aus?“ „Welche Dokumentarfilmgattungen gibt es?“. Das Endprodukt war ein kurzer Dokumentarfilm zum Thema „In der Fremde“, diese erstellten wir in kleineren Gruppe. Meine Gruppe drehte einen Film über die Kleingartenanlage die um das Internat, in dem die DSA untergebracht war, lag.

Meine Befürchtungen, dass das ein Strebercamp sein könnte, haben sich schon am ersten Tag zerschlagen, denn da sich alle nicht kannten, war man gezwungen ins Gespräch zu kommen und sich kennenzulernen. Die gesamte Zeit über herrschte ein angenehmes Klima, von Gruppenrivalitäten, Mobbing oder Hänseleien keine Spur. Für dieses gute Klima sorgte auch der enge Kontakt zu den KursleiterInnen sowie der Akademieleitung. Das „Sie“ wurde gleich abgelehnt.

Damit man die Chance, hat alle von der Akademie kennenzulernen und nicht nur die anderen KursteilnehmerInnen, gibt es bei jeder DSA die KüAs und KüMu. Die KüMu ist zum einen ein Chor, bei dem alle teilnehmen können und zum anderen ein Orchester, welches sich aus den mitgebrachten Instrumenten zusammensetzt. Am vorletzten Abend gab es ein atemberaubendes Abschlusskonzert. Da ich an keiner KüMu teilgenommen habe, konnte ich den Abend, zu dem auch die Nachbarschaft des Internats eingeladen war, genießen. Die KüAs fanden immer nach dem Mittagessen zwischen dem Vormittags- und dem Nachmittagsunterricht statt. Die Vielfalt der KüAs bestimmten die TeilnehmerInnen und KursleiterInnen selbst, denn jeder konnte eine KüA anbieten. Das Programm reichte von Bogenschießen, über Dudelsack bauen, bis hin zu einem Spanisch Crashkurs.

Ein weiterer Höhepunkt neben den vielfältigen Angeboten, war ein Volleyball- und Cheerleadercontest, bei dem alle Kurse jeweils ein Volleyballteam und ein Cheerleaderteam stellen mussten. Ein extra Team bildeten die KursleiterInnen und die Akademieleitung. Außerdem gab es zum besseren Kennenlernen eine Exkursion bei der die Kurse gemischt wurden. Man konnte eine Rad- oder Kanutour machen oder an einem Ausflug nach Wismar und Bad Doberan oder an einem Besuch des Ozeaneums teilnehmen.

Damit man vor dem Lesen der Abschlussdokumentation einen kleinen Überblick über die anderen Kurse bekam, gab es eine Rotation, bei der zwei, drei Leute eines Kurses den anderen erzählten, was im Kurs erarbeitet wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass uns allen der Abschied sehr schwer fiel, wir hatten alle anfangs die selben Befürchtungen und nun haben wir Freundschaften geschlossen und bedauern, dass Deutschland so groß ist.

Lena Jousten, Q1